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– Vereinschronik –

Eigentlich ist die Fußballbewegung in Rhüden noch älter, denn bereits im Jahr 1911 wurde ein Verein gegründet, der sich die Pflege des Fußballspiels zum Ziel gesetzt hatte.
Die Verhältnisse und Mittel zur Ausübung des Sports waren aber sehr gering; ein Sportplatz in heutiger Form war nicht vorhanden. Auf Stoppelfeldern und abgeernteten Wiesen wurde das Fußballspiel betrieben. Große Verdienste um diese erste Fußballbewegung hatte der damalige Hauptschullehrer Friedrich Eicke.
Der erste Weltkrieg löschte diesen Verein aus, der die Farben schwarz – weiß trug.
Nach Kriegsende im Jahr 1918 waren die schweren Folgen dieses Weltkrieges noch lange nicht überwunden. Es dauerte noch zwei Jahre, bis das Interesse am Sport wieder erwachte. Die Sportbegeisterung und Liebe zum Fußball einiger weniger junger Männer, die damals auf dem Kalischacht arbeiteten, führten zu Wiederbelegung des Fußballsports.
Am 19. Juni 1920 war es dann soweit, in der Wohnung des damaligen Gemeinde-Angestellten Moses wurde der Grundstein gelegt. In der Gastwirtschaft „Auf dem Kaiser“ fand in Anwesenheit der sportfreudigen Jugend die Gründungsversammlung des FC Rhüden statt. Zum Vorsitzenden wählten die Sportbegeisterten den Buchhalter Hagedorn, als Schriftführer Erich Moses und zum Spielleiter Willy Axthelm.
Schnell hatten sich 50 Mitglieder gefunden. Der Spielbetrieb wurde mit mehreren Herren-, Jugend- und Knabenmannschaften aufgenommen. Der Verein wurde schon damals ordentliches Mitglied im Norddeutschen Fußballverband. Die erste Spieltracht war eine lila Hose und ein weißes Hemd. Zu dieser Vereinstracht wurde eine lila-weiße, studentenähnliche Mütze getragen. Gespielt wurde auf gepachteten Wiesen, und zwar auf dem Gelände der Kölleschen Wiese in der Nähe des heutigen Freibades in Rhüden.
Die Ausübung des Fußballsports war in der damaligen Zeit mit unvorstellbaren Schwierigkeiten verknüpft. Geldmittel waren nicht vorhanden, Nagelschuhe mussten teilweise die Fußballstiefel ersetzen. Dass nach Braunschweig mit dem Fahrrad gefahren wurde und zu Spielen bis zu 20 km Entfernung eine Wanderung nötig war, wäre in der heutigen Zeit natürlich nicht mehr denkbar.
Bereits im Jahr 1921 fand in Rhüden ein großes Sportfest statt. Gespielt wurde schon auf dem „Wilhelm-Flügge-Sportplatz“. Die Sportler mussten noch einige Zeit ausharren, weil die damaligen Pächter (zahlreiche Ziegenhalter) erst abernten mussten; außerdem waren noch einige Linden zu verpflanzen – übrigens in einer „Nacht- und Nebelaktion“.
Im Jahr 1922 bildete sich ein weiterer Fußballverein in Rhüden unter dem Namen „Freie Elf“; Vereinslokal war die Gastwirtschaft „Schwartz“, man spielte in den Farben rot und gelb.
Die politischen Wirren dieser schweren 20er Jahre mögen zu dieser Teilung des Fußballsports geführt haben. Jedenfalls wurde trotz aller Schwierigkeiten Fußball gespielt. Beide Vereine trugen dazu bei, dass Rhüden weit über die Kreisgrenze hinaus im Fußball einen guten Namen hatte.
Ab 1925 spielte der FC Rhüden in den Farben grün-weiß, und nahm ab der Spielserie 1926 / 1927 am geregelten Punktspielbetrieb teil. Der Verein blühte auf und man spielte sogar im Bezirk Nordharz.
Im Jahr 1933 erfolgte dann die Gleichschaltung beider Vereine durch die Nationalsozialisten. Bi zu diesem Zeitpunkt war Karl Scheler 1. Vorsitzender des FC Rhüden und Karl Goldschmidt leitete die „Freie Elf“. Ab 1933 spielte der FC Rhüden dann in den Farben rot und weiß.
Leider kam der Spielbetrieb schon vor dem zweiten Weltkrieg zum Erliegen; er ruhte während der gesamten Kriegszeit.
1945 erwachte der Fußball zum „neuen“ Leben. Die Fußballer waren eine Abteilung des TSV Rhüden und wurden von Karl Goldschmidt geleitet. Im Jahr 1947 wurden die gesetzlichen Bestimmungen gelockert, und der Verein konnte seinen eigenen Weg fortsetzen. Vorsitzender wurde Paul Zorn, sein Stellvertreter Heinrich Göke. In diesem Jahr fasste der Verein den Beschluss, auf dem Sportplatz ein Sporthaus zu errichten.
Im Rahmen eines Sportfestes zum 30-jährigen Bestehen des Vereins, konnte dann dieses Sporthaus eingeweiht werden. Es erhielt den Namen „Haus der Sportjugend“.
1952 / 53 übernahm Karl-Heinz Sander die FC – Jugendabteilung. Mit diesem Zeitpunkt entstand eine Jugendmannschaft, die über einige Jahre dem Namen des Vereins weit über die Grenzen des Bezirks hinaus einen sehr guten Ruf verschaffte.
Die gute Jugendarbeit trug ihre ersten Früchte. Die erste Jugend wurde Meister der Sonderstaffel in der Serie 1956 / 57, errang die Bezirksmeisterschaft und kam in den Spielen um die Niedersachsenmeisterschaft bis in das Halbfinale. Hier scheiterten die Rot-Weißen trotz einer 4 : 1 Führung mit 4 : 5 Toren unglücklich am TSV Burgdorf, dem späteren Niedersachsenmeister.
Ein Jahr später errang die 1. Jugend die Meisterschaft in der Bezirksjugend. Viele Sportfreunde werden sich noch an die großen Spiele erinnern – aus dem Spiel gegen Union Salzgitter resultiert heute noch der Zuschauerrekord von 2000 Besuchern.
Im Spieljahr 1959 / 60 bereitete die 1. Herrenmannschaft dem Verein ein schönes Jubiläumsgeschenk. Die Meisterschaft in der Bezirksklasse Nordharz wurde errungen, verbunden mit dem Aufstieg in die Amateurliga.